Freitag, 18. Oktober 2013

Pearl Jam - Lightning bolt (2013)

5/10
 
Ach, die gibts also auch noch? Ruhig war es geworden um die fünf mittlerweile sichtlich gealterten Herren aus dem Westen der USA. Und man muss ehrlich sein: "Backspacer" und auch "Pearl Jam" waren keine Alben, die Musikgeschichte schrieben. Solide, melodische Rockmusik mit sporadischen Glanzlichtern und einigen schamauslösenden Fehltritten.

Pearl Jam waren schon immer eine recht konventionell agierende Band. Einzig während der kauzigen Phase Mitte bis Ende der Neunziger wagte das Quintett ein paar Experimente, ohne dabei jedoch die sicheren Fahrwasser riffbasierter Vierviertelstampfer zu verlassen. Das Alleinstellungsmerkmal waren die Refrains, die großen Melodien, die Eddie Vedder jenerzeit in hoher Stückzahl produzieren konnte.

Nun also "Lightning bolt", Album Nummer zehn. Große Sprünge erwartet niemand mehr, denn Pearl Jam befinden sich auf dem Springsteen-Highway. Alle paar Jahre ein Album, danach eine Tour, auf der selbstvergessen der Nostalgie gefrönt wird. Alle singen mit und Vedder trinkt Unmengen Rotwein dabei. 

"Lightning bolt" ist daher genauso wie seine Vorgänger. Souverän, stellenweise elegant arrangiert, aber eben auch ein wenig langweilig. Man hat das alles schon mal so oder so ähnlich gehört. Die singenden Gitarren in "Sirens", den lässig groovenden Kopfnickerrock von "Infailible", die gleichmäßig auf dem Album verteilten Uptempo-Songs, die hin und wieder schräge Breaks beinhalten.

Das Lied, das das Album vor der Belanglosigkeit rettet, ist wohl "Pendulum". Beginnend mit einem schönen Delay-Klavier entfaltet sich ein sehr atmosphärischer und nachtwanderungstauglicher Song. (Wüstenschellenkranz inklusive.) 

Richtige Ecken und Kanten sucht man jedoch leider vergebens. Die Produktion ist viel zu sauber, viel zu poliert geraten, um die sich breitmachende Lethargie zu vertreiben. Ein Gitarrensolo hier, ein "Yeah yeah yeah" da - sonderlich spannend oder gar mitreißend ist das leider nicht mehr.

Gegen Ende gibts dann sogar noch ein wenig Schunkelmaterial ("Sleeping by myself") und schließlich eine weitere feuerzeugtaugliche Ballade ("Future days"), die nicht davor zurückschreckt, den Himmel mit Geigen zu verunstalten.

Das Fazit zum Album kann dem Opener entnommen werden: "It's okay." Mehr aber auch wirklich nicht.